BENJAMIN SUNARJO

Wird auf einen Körper eine periodische Kraft mit einer bestimmten Frequenz ausgeübt, kann bereits eine geringe Krafteinwirkung zu einer grossen Schwingungsamplitude führen. Dieses Phänomen nennt man Resonanz. Sie lässt Musikinstrumente erklingen, Brücken einstürzen oder Glas zerspringen. In dieser Performance möchte ich den Raum und meinen Körper durch Vibration, Oszillation, Zittern, Schwanken, Einstimmen, Beben und Umwälzen befragen, bis die Gegenwart in immer enger werdenden Spiralen schwindet.
Bild: Karin Salathé
Benjamin Sunarjo (*1984) ist Performance-Künstler und Kurator und lebt in Biel/Bienne. Er studierte Umweltwissenschaften, zeitgenössischer Tanz und Kunst in der Schweiz und in England. Im Zentrum seines künstlerischen Schaffens steht die Verkörperung und ihr transformatives Potenzial, situiert zwischen Atem, Erinnerung, Alltagsritualen und diasporischen Bewegungen. Durch den eigenen Körper werden fragmentarische Passagen des Alltags gerahmt und unsichtbare Verflechtungen aufgedeckt. Benjamin Sunarjo koordiniert den Performancepreis Schweiz und ist Co-kurator des Festivals Translocal Performance Art Giswil. Zu seinen aktuellen Projekten zählt ein Forschungsbeitrag für den «Atlas Revolving Histories» zur Geschichte der Berner Performancekunst; das Kunstvermittlungsprojekt «Courant Normal», in dem Jugendliche Identität durch Selbstporträts erforschen; sowie «The air between us», eine Sammlung atembasierter Praktiken, die als partizipative und ökokritische Partituren entwickelt wurde.
sunarjo.com
PASCALE GRAU

Performances als Praktiken des Erinnerns, kollektive Bilder und leibliche Verfasstheit sind seit jeher Schwerpunkte meiner Arbeit. Eine wichtige Rolle spielt die Stimme: Je nachdem, wie ich spreche, singe oder rezitiere, wecke ich bei den Zuschauer:innen bewusst unterschiedliche Gefühle. Meine Arbeiten sollen unter die Haut gehen, und zwar nicht nur intellektuell, sondern auch physisch. Ich zeige in meinen Arbeiten die Konstruktion von Handlungen auf, indem sie gleichsam «gedoppelt» in einem anderen Medium weitergeschrieben und reflektiert werden. Aus meiner künstlerischen Tätigkeit ist ein theoretisches und forschendes Interesse erwachsen, das wiederum in meine Arbeitenzurückgeflossen ist.
Bild: Pascale Grau, 2026, Akkermansia Muziniphila, Kamera M. Scheurer
Pascale Grau *1960, St. Gallen Schweiz lebt und arbeitet als Künstlerin und Kulturwissenschaftlerin in Basel. Sie arbeitet in den Bereichen Video, Installation und Performance und studierte von 1986–1992 an der Hochschule für bildende Künste HfBK in Hamburg, Experimentalfilm bei Rüdiger Neumann und Bildende Kunst u.a. bei Bernhard Johannes Blume und Marina Abramovic. Seit Mitte der 1990er-Jahre tritt sie als Performancekünstlerin und mit Videos und Installationen in Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland auf. Zwischen 1998 und 2006 kuratierte sie zahlreiche Performance-Anlässe u. a. im Kaskadenkondensator, einem Projektraum für aktuelle Kunst und Performance in Basel. 2006–2008 studierte sie an der Zürcher Hochschule der Künste Culture/ Gender Studies (MAS). 2009 erhielt sie den Werkpreis des Kunstkredits Basel-Stadt und eine Monografie über ihr Werk erschien im Verlag für Moderne Kunst Nürnberg. 2010–2012 leitete sie das SNF-Forschungsprojekt archiv performativ ZHdK Zürich. 2014 war sie Gründungsmitglied und bis 2020 Vorstandsmitglied von PANCH (Performance Art Netzwerk CH) in dessen Arbeitsgruppen sie aktiv ist. Sie hat seither exemplarische Projekte und Initiativen im Kontext Archivierung und Aktualisierung von Performance Kunst initiiert und in die Debatten eingebracht. Seit 2024 ist sie im Vorstand von Visarte Region Basel tätig. Sie erhielt mehrere Preise, Auszeichnungen und Stipendien, zuletzt 2024 ein Atelierstipendium Berlin und 2025 einen Film-und Medienkunstkredit der Kantone BS/BL. www.pascalgrau.ch
